Montag, 18. Februar 2008

Presidents' Day Trip

Das lange Wochenende durfte natürlich nicht ungenutzt bleiben. So zog ich -- diesmal allein -- los, um eine mittlere Tour im Norden San Franciscos zu starten. Erster Stop war die Golden Gate Bridge. Das Wetter hatte sich von anfangs wolkig zu sonnig plus blauer Himmel entwickelt. Rastplatz #1: unmittelbar vor der GGB, also noch SF. Dann die spektakuläre Überfahrt, die ich mir tatsächlich länger vorgestellt hatte. Dann Rastplatz #2: unmittelbar nach Passieren der Brücke. Im Gegensatz zur 1. Rast war der Parkplatz diesmal -- wie von California nicht anders gewohnt -- gebührenfrei (aber ok, 25 Cent für die 1. Rast, 1/4 Stunde, ist dennoch mehr als fair).
Das nächste Ziel der Tour sollte einen majestätischen Überblick über die gesamte Bay Area liefern: der Mount Tamalpais (es wird noch über die Herkunft des Namens disputiert, ist wahrscheinlich indianisch), eine der höchsten Erhebungen der Umgebung. Es gibt einen Weg direkt zum "Fuß des Gipfels", also bis fast ganz hinauf, der mit Auto befahrbar ist. Allerdings hat die Straße es in sich, Leitplanken am doch recht steilen Abhang hat man sich komplett gespart. Doch die Mühe des konzentrierten Fahrens wird mit einem fantastischen Überblick belohnt.

Am Gipfel angekommen, zogen auch schon die bekannten und berüchtigten Wolken vom Ozean auf und die Sicht wurde schlechter. Der Rückweg führte Richtung Küste und entlang des Highway 1 -- an diesem Abschnitt bekannt als "Shoreline Highway" (auch sehr kurvenreich und leitplankenlos), wieder zurück über SF nach Hause.

Samstag, 16. Februar 2008

Day Trip: Monterey

Der Wetterbericht verhieß nicht nur super Wetter für die Bay Area (= die Gegend, in der ich lebe), sondern auch für Monterey -- dem Ziel unseres heutigen Day Trips. Gemeinsam mit Jonathan, meinem "Hausgenossen", und zwei seiner Freunde machte ich mich auf den Weg gen Süden. Monterey liegt auf einer Halbinsel, die Umgegend ist bekannt für mehrere Attraktionen -- Hafen, Aquarium, Golfplätze (Pebble Beach) und den berühmten 17-Mile-Drive, einem 17 Meilen langen Weg entlang der Pazifik-Küste. Zwar muss man für das Befahren $9 zahlen, aber diese Investition lohnt sich allemal.

Angefangen vom Hafen von Monterey und der bekannten Cannary Row (einer Gegend, die für ihre Fisch-Konservenfabriken bekannt ist), über Pacific Grove, das für seine Schmetterlinge bekannt ist, bis hin zum 17-Mile-Drive lagen viele der erwähnten Highlights auf unserer Route. Zum Mittag gab es naheliegenderweise Seafood (in einem "italienischen" Restaurant).



Die Natur an der Küste ist absolut beeindruckend, und so braucht man auch mehrere Stunden für die 17 Meilen, da man an vielen Stellen anhält, um das Getöse des Wassers oder die Schroffheit der Felsen zu genießen. Ein interessanter Kontrast sind die wohlgepflegten Golfplätze, die die gesamte Halbinsel durchziehen. Bekannt ist Monterey ebenfalls für seine Monterey-Zypressen, die zusammen mit der Fels- und Wasserlandschaft einen sehr urtümlichen Eindruck hinterlassen.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Driving Test

Heute war es nun soweit: der Tag der praktischen Fahrprüfung. Hier muss man als Kandidat alles selbst mitbringen -- Auto, Versicherung, bisherige Fahrerlaubnis. Nachdem das Auto gründlich auf Funktionsfähigkeit gecheckt wurde, ging es dann los. Eine 20-minütige Runde in der Gegend um die Führerscheinstelle mit einem "Examiner" auf dem Beifahrersitz, der genaue Anweisungen gibt, wann man die Spur wechseln muss etc. Wie schon meine Kollegen vorausgesagt haben, war es nicht wirklich schwer -- aber dennoch eine "Prüfung", die noch vor mir gelegen hatte. Fazit: Bestanden! Bekomme dann nun hoffentlich demnächst meine "ID" zugeschickt -- sie gilt hier, wie schon mal erwähnt, als DAS Ausweismittel überhaupt.

Die weitere erfreuliche Erkenntnis dieses Tages ist, dass mein Focus anstatt einer 2.0-l-Maschine in Wahrheit eine 2.3-l-Maschine enthält (das bedeutet: 148 PS (in Worten: hunderachtundvierzig)) -- und das in einem 2-Türer-Hatchback! Habe mich schon gewundert, warum der so abgeht...

Sonntag, 10. Februar 2008

First Bike Tour

Unglaublich, dass ich bereits 4 Wochen hier bin. Unter der Woche war hauptsächlich Arbeit angesagt. Das Wetter ist gegen Ende der Woche spürbar besser geworden, schon fast sommerlich. Das war dann auch die Gelegenheit, um am Wochenende etwas mehr von der Gegend zu sehen. Ausgerüstet mit 2 brandneuen Reifen für meinen Focus ging es zunächst über die San Mateo Bridge nach Hayward -- eine faszinierende Überfahrt. Da ich mir die $4 Maut für die Rückfahrt über die Brücke sparen wollte (Maut nur in eine Richtung!) hab ich den längeren Weg südlich um die Bay gewählt, fast bis San Jose. Leider sieht man vom Highway aus nicht viel vom Wasser.


Heute konnte ich nun erstmals mein Fahrrad ausprobieren -- bei einer gemütlichen Tour zusammen mit einem Amerikaner aus der Church. Angefangen vom "El Palo Alto", dem "hohen Baum" (da, wo die spanische Expedition Rast machte) über ein paar sehr angenehme Neighborhoods (Wohngegenden) zur Bay und wieder zurück. Die Gegend hier ist einigermaßen fahrradfreundlich: Es gibt einige Nur-für-Fahrradwege, meist außerorts, und dann "normale" Fahrradwege, die aus dem Randstreifen der Fahrbahn bestehen. Es ist also keine so gute Idee, auf den stärker befahrenen Straßen Fahrrad zu fahren.

Sonntag, 3. Februar 2008

Super Bowl

Gleich zwei interessante Ereignisse an einem Tag: Der Super Bowl -- und mein Geburtstag. Bin dazu gleich nach dem Gottesdienst der Einladung gefolgt, einer "Männerrunde" zum Super-Bowl-Schauen beizuwohnen (in fact, es waren auch 2 Frauen dabei, ansonsten aber vielleicht ca. 30 Männer). Das Interessante am Super Bowl, dem Finale des American Football, ist nicht allein das Spiel selbst, sondern auch das Zusammensein -- und die entsprechenden Werbe-Spots. Anlässlich dieses inoffiziellen amerikanischen Feiertags legen sich alle ins Zeug, um besonders großartige Spots zu zeigen (hier: http://www.myspace.com/superbowlads). Auch nahrungstechnisch wird dabei richtig aufgetrumpft, angefangen von Chips bis zum Super-Bowl-Cake. Aber zurück zum Spiel. Das drohte anfangs eines der Spiele mit den wenigsten erzielten Gesamtpunkten zu werden. Doch das änderte sich ziemlich schnell, die Lage kippte mehrmals, am Ende dann zugunsten der New York Giants, die die New England Patriots (Boston) 17:14 schlugen. Außergewöhnliches Hightlight: die 1 Sekunde Restspielzeit musste noch ausgespielt werden, obwohl in einer Sekunde natürlich das Blatt nicht mehr gewendet werden kann.

Freitag, 1. Februar 2008

I own a car!

Eine weitere interessante Woche liegt wieder hinter mir. Das Highlight: Ich habe inzwischen ein eigenes Auto! Es ist ein gelber Ford Focus ZX3, 2.3l (148 PS), gebaut 2003 -- von einem Mercedes-Kollegen zu einem fairen Preis übernommen. Und das beste: es ist KEIN Automatik. Nagut, das Beste ist wohl, dass ich kein Auto von "Unbekannt" kaufen brauchte; denn da weiß man nicht, was man bekommt, und da die Nachfrage hier sehr groß ist, sind auch die Preise entsprechend. Außerdem wird hier alles verkauft, was noch einigermaßen rollt und wie ein Auto aussieht.

Zeitlich passt das sehr gut, da ich morgen meinen Mietwagen abgeben muss. Nun kann ich auch den Practical Driving Test absolvieren, da ich nun das geforderte Auto (Mietwagen nicht erlaubt) stellen kann. Viele Dinge bauen hier stark aufeinander auf, wie z.B. um ein eigenes Auto zu haben, muss man eine entsprechende Versicherung nachweisen, um diese zu bekommen, muss man einen USA-Führerschein haben, um den Fahrtest zu absolvieren, braucht man eine Sozialversicherungsnummer etc.

Am Wochenende ist "Super Bowl", das Finale der amerikanischen Football-League. Einer aus "meiner" Gemeinde hat dazu alle Begeisterten eingeladen, um das Spiel gemeinsam zu sehen (und würdig zu "feiern"); werde mir diese Erfahrung sicher nicht entgehen lassen.

Für Interessierte noch ein paar Worte zur Gegend hier. Mir war anfangs gar nicht so recht bewusst, dass Palo Alto inmitten des Silicon Valley liegt und ein Teil einer großflächigen "Infrastrukturmasse" ist. Die Orte hier gehen so ziemlich nahtlos ineinander über, nur ein unscheinbares Schild weist an der entsprechenden "Grenze" darauf hin, das man sich nun in einem anderen Hoheitsgebiet befindet. Man findet hier auch so ziemlich alle IT-Firmen, die etwas auf sich halten, vertreten, wie z.B. Google, Apple, Microsoft, Yahoo, HP etc. Das Valley ist sowohl auf der West- als auch der Ostseite von Gebirgsketten umsäumt und somit landschaftlich sehr reizvoll. Die Gegend heißt außerdem "Bay Area", weil die San Francisco Bay sich bis hierher erstreckt; von mir aus sind es ca. 15 Minuten mit dem Auto zur Bay. Aufgrund des ständig sich verändernden Wasserspiegel ist das Ufer weitgehend sogenanntes Marschland, also sumpfig, und auch teilweise Schutzgebiet. Zur Pazifikküste ist es von hier aus auch nicht weit, Santa Cruz beispielsweise ist in knapp einer Stunde zu erreichen (allerdings gibt es auch noch nähere, kleinere Küstenorte).

Was das Nahrungsangebot angeht, findet man hier so ziemlich alles -- im absoluten Gegensatz zu anderen amerikanischen Orten, die ich bislang kenne. Weil hier so viele Nationalitäten vertreten sind (darunter viele Hispanics und Asiaten), gibt es auch entsprechende Lebensmittel. Beispielsweise gibt es hier sogar Bäckereien, die "deutsches" Brot herstellen -- ein sehr wichtiger Aspekt, wenn man längere Zeit hier ist ;-).