Eine weitere interessante Woche liegt wieder hinter mir. Das Highlight: Ich habe inzwischen ein eigenes Auto! Es ist ein gelber Ford Focus ZX3, 2.3l (148 PS), gebaut 2003 -- von einem Mercedes-Kollegen zu einem fairen Preis übernommen. Und das beste: es ist KEIN Automatik. Nagut, das Beste ist wohl, dass ich kein Auto von "Unbekannt" kaufen brauchte; denn da weiß man nicht, was man bekommt, und da die Nachfrage hier sehr groß ist, sind auch die Preise entsprechend. Außerdem wird hier alles verkauft, was noch einigermaßen rollt und wie ein Auto aussieht.


Zeitlich passt das sehr gut, da ich morgen meinen Mietwagen abgeben muss. Nun kann ich auch den Practical Driving Test absolvieren, da ich nun das geforderte Auto (Mietwagen nicht erlaubt) stellen kann. Viele Dinge bauen hier stark aufeinander auf, wie z.B. um ein eigenes Auto zu haben, muss man eine entsprechende Versicherung nachweisen, um diese zu bekommen, muss man einen USA-Führerschein haben, um den Fahrtest zu absolvieren, braucht man eine Sozialversicherungsnummer etc.
Am Wochenende ist "Super Bowl", das Finale der amerikanischen Football-League. Einer aus "meiner" Gemeinde hat dazu alle Begeisterten eingeladen, um das Spiel gemeinsam zu sehen (und würdig zu "feiern"); werde mir diese Erfahrung sicher nicht entgehen lassen.
Für Interessierte noch ein paar Worte zur Gegend hier. Mir war anfangs gar nicht so recht bewusst, dass Palo Alto inmitten des Silicon Valley liegt und ein Teil einer großflächigen "Infrastrukturmasse" ist. Die Orte hier gehen so ziemlich nahtlos ineinander über, nur ein unscheinbares Schild weist an der entsprechenden "Grenze" darauf hin, das man sich nun in einem anderen Hoheitsgebiet befindet. Man findet hier auch so ziemlich alle IT-Firmen, die etwas auf sich halten, vertreten, wie z.B. Google, Apple, Microsoft, Yahoo, HP etc. Das Valley ist sowohl auf der West- als auch der Ostseite von Gebirgsketten umsäumt und somit landschaftlich sehr reizvoll. Die Gegend heißt außerdem "Bay Area", weil die San Francisco Bay sich bis hierher erstreckt; von mir aus sind es ca. 15 Minuten mit dem Auto zur Bay. Aufgrund des ständig sich verändernden Wasserspiegel ist das Ufer weitgehend sogenanntes Marschland, also sumpfig, und auch teilweise Schutzgebiet. Zur Pazifikküste ist es von hier aus auch nicht weit, Santa Cruz beispielsweise ist in knapp einer Stunde zu erreichen (allerdings gibt es auch noch nähere, kleinere Küstenorte).
Was das Nahrungsangebot angeht, findet man hier so ziemlich alles -- im absoluten Gegensatz zu anderen amerikanischen Orten, die ich bislang kenne. Weil hier so viele Nationalitäten vertreten sind (darunter viele Hispanics und Asiaten), gibt es auch entsprechende Lebensmittel. Beispielsweise gibt es hier sogar Bäckereien, die "deutsches" Brot herstellen -- ein sehr wichtiger Aspekt, wenn man längere Zeit hier ist ;-).