Gut ausgerüstet machte ich mich mit einem Kollegen am Karfreitag früh auf den Weg zum Flughafen, um den Startpunkt unserer Tour günstig zu erreichen: Las Vegas! (Nebenbei, während der Flug gerade mal 1.5 Stunden dauert, braucht man mit dem Auto ca. 8.5 Stunden dahin.) Es ist sehr interessant, wenn nach langer Zeit des Überfliegens wüster und gebirgiger Gegenden dann auf einmal eine Großstadt -- Las Vegas -- inmitten der Gebirgslandschaft auftaucht, eine Oase mit Palmen und Hochhäusern, umgeben von Steinen und Sand.
Mit dem Mietwagen ging es dann zum ersten Stop, dem Hoover Dam, einer der größten Staudämme der Welt. Es sollte ein architektonisches Wunder sein, dass den Lake Mead einst entstehen ließ. Klar war auch, dass wir an einem Feiertag nicht die Einzigsten sein würden, die sich dieses Technikmonument genauer ansehen wollten. Und so war es dann auch eine etwas zähe Fahrt kurz nach Verlassen der Autobahn Richtung Südosten. Der Damm selbst ist schon erstaunlich, aber man muss wahrscheinlich entsprechende Ambitionen zu haben, um sich wirklich zu begeistern. Viel spektakulärer war das nächste Ziel, das Vally of Fire, einem Felsgebiet im Nordosten Las Vegas', das seinen Namen von der starken Rotfärbung des Gesteins hat und diesem auch absolut würdig ist. Von da aus ging es dann zur ersten Unterkunft, einem Motel in Springdale. Dieses lag bereits im Zion National Park, dem Vormittagsziel des folgenden Tages.


Am nächsten Tag zogen wir dann auch los (mit Verstärkung durch 2 deutsche Bekannte), um Zion NP genauer zu erkunden. Zion wartet mit canyonartigen Tälern und gigantischen Felsmassiven auf -- und auch hier wieder mit einer markanten Rotfärbung.


Das Auto muss man am Eingang abgeben, um mit einem Shuttle bequem den Park zu durchfahren. Zahlreiche Wanderwege zu besonders spannenden Orten, wie dem "Angels Landing", können zu mehrstündigen Wanderungen genutzt werden, doch wir entschieden uns für einige kürzere Routen, um noch genug Zeit für unseren nächsten Stop zu haben: dem Bryce Canyon. Dieser ist noch ca. 90 Minuten Autofahrt entfernt von Zion, aber ein absolutes Muss, wenn man schon mal in dieser Gegend ist. Das Markante an Bryce ist ebenfalls die Rot-Orange-Färbung, aber diesmal mit spektakulären Sandstein- und Kalksteinformationen, den sogenannten Hoodoos. Das sind säulenartige Gebilde, die durch "Vertikal-Erosion" entstanden sind. Wir waren wohl noch etwas zu früh in Bryce, denn einige Routen waren wegen Schnee noch nicht befahr- bzw. begehbar. Nichtsdestotrotz bot eine mehrstündige Wanderung zum Fuß des Canyons phänomenale Ausblicke.


Von Bryce ging es dann zum nächsten Nachtquartier nach Page in Arizona, eine ca. 3-stündige Autofahrt durch die endlose Weite, aufgelockert durch herumstehende Felsformationen.
Für den nächsten Morgen war bereits ein Besuch des berühmten Antelope Canyon gebucht -- ein Privat-Canyon auf dem Gebiet der Navajo-Indianer. Da unser Tagesplan noch einiges vorsah, hatten wir die 8-Uhr-Tour gebucht -- und waren damit die beiden einzigen. Umso besser, denn unser Navajo-Führer war dafür umso auskunftsfreudiger und wir hatten den Canyon so ziemlich für uns allein -- sehr praktisch für Fotos.



Nach einem kurzen anschließenden Abstecher zum Colorado River Bend, einem bekannten Flussbogen, war die nun folgende Herausforderung die "Königsdisziplin" -- der Grand Canyon. Wir näherten uns von Osten; der erste Punkt war Desert View mit einem nachgebauten indianischen Aussichtsturm. Von da dann wagten wir uns an allen anderen Ausflüglern und parkenden Autos vorbei Richtung Westen -- und fanden auch gleich direkt am Shuttle-Abfahrpunkt einen Parkplatz. Auch hier wieder kam man nur mit dem Shuttle voran; im 3-Minuten-Takt wurden 8 verschiedene Aussichtspunkte angefahren. Die Wandertour Richtung Colorado River am Fuße des Canyons kam für uns leider nicht in Frage; man musste 7-8 Stunden Zeit, professionelle Ausrüstung und gute Kondition mitbringen. Schließlich ging es dann weiter zum nächsten Nachtlager, einem Motel in Las Vegas -- was ca. 5 Stunden Autofahrt bedeutete. Doch die Fahrt in dieser Gegend ist sehr angenehm und abwechslungsreich, so dass die Zeit sehr schnell vergeht.


Der letzte der vier Tage war dem Death Valley National Park gewidmet. Erster Stop war Rhyolite, eine "Geisterstadt". Vom einstigen Leben der Gold- und Silbergräber (mehrere Kirche, Schule, ...) waren nur noch ein Casino und ein paar wenige zerfallene Gebäude übriggeblieben. Der nächste Stop sollte Stonepipe Wells sein, bereits im Death Valley. Vorbei ging es an verschiedendlichen Felsformationen in den unterschiedlichsten Färbungen und Granularitätsstufen. Highlight: die Sanddünen, die tatsächlich ein orientalisches Gefühl vermitteln. Doch der Höhepunkt sollte das Badwater Basin sein, die Salzablagerungen am tiefsten Punkt der USA. Verblüffend auf dem Weg dahin war Fornace Creek, eine Oase inmitten der Steinwüste, lebendig und grün mit einem riesigen Palmenwald. In Badwater angekommen, ging es dann auch zur obligatorischen Wanderung auf dem Salzteppich bei schon recht ordentlichen Temperaturen. Von einigen Metern unter dem Meeresspiegel sollte es nun auf einige Tausend Meter über dem Meer gehen, dem Dantes View. Die Fahrt dahin war erwartungsgemäß kurvenreich, aber ganz ok. Die Mühsal der Auffahrt wurde mit einem fantastischen Überblick über das Death Valley belohnt.



Zurück ging es von da etwas zügiger nach Las Vegas, da ein Unfall vor uns noch zu einer unfreiwilligen Wartezeit führte. Das Abgeben des Mietwagens war dann auch keine große Angelegenheit, und nach kurzer Zeit saßen wir schon wieder im Flieger Richtung "Heimat".
3 Kommentare:
loooooooool, is dir aufgefallen das auf dem badwater schild die umrechnung falsch ist?
wow..... *ich will auch*
Hallo Stefan, ich oute mich mal als heimliche Mitleserin ;o)
Ist echt beeindruckend was du so alles erlebst.
Lieb Grüße Lisa!
Sagenhaft!!! Komm doch mal im Chat vorbei, brauch ne Info von dir. Ciao, schönen Sonntag dir
Grüßle Miri
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